Mindestlohnerhöhung 2026
Der gesetzliche Mindestlohn ist in Deutschland zum 1. Januar 2026 um 1,08 € von 12,82 € auf 13,90 € brutto pro Stunde gestiegen. Grundlage für diese Anhebung ist ein Beschluss der Mindestlohnkommission aus dem Juni 2025. Die Erhöhung wirkt sich in mehreren Bereichen spürbar aus.
Auswirkungen der Mindestlohnerhöhung auf Beschäftigte
So ist parallel zum Mindestlohn auch die monatliche Verdienstgrenze für Minijobs auf 603 € angehoben worden. Beschäftigte profitieren zudem von einem höheren Bruttoeinkommen, denn bei einer 40-Stunden-Woche ergibt sich durch den neuen Mindestlohn ein monatliches Plus von rund 190 € brutto.
Mindestlohn in der Pflegebranche
In der Pflegebranche gelten häufig ohnehin höhere Vergütungen. Für Pflegefachkräfte in der Altenpflege steigt der Mindestlohn beispielsweise zum 1. Juli 2026 auf 21,03 € pro Stunde.
Weitere Mindestlohnerhöhung ab 2027
Darüber hinaus ist bereits eine weitere Erhöhung zum 1. Januar 2027 beschlossen worden, der Mindestlohn soll auf 14,60 € ansteigen.
Kritik der Arbeitgeberverbände an der Mindestlohnerhöhung
Arbeitgeberverbände reagieren überwiegend kritisch auf die Anhebung auf 13,90 €. Viele Unternehmen warnen vor einer finanziellen Überforderung und sehen ihre Wettbewerbsfähigkeit gefährdet. Aus Sicht der Arbeitgeber gibt es mehrere zentrale Kritikpunkte.
Kritik an der Berechnungsgrundlage
Zum einen wird die Berechnungsgrundlage der Erhöhung infrage gestellt. Arbeitgebervertreter bemängeln, dass der Anstieg von nahezu 14 % im Vergleich zu den Jahren 2024 und 2025 deutlich über der allgemeinen Tarifentwicklung von etwa neun bis zehn Prozent liegt. Sie werfen der Mindestlohnkommission vor, sich stärker an politischen Zielvorgaben oder europäischen Richtlinien orientiert zu haben, anstatt der im deutschen Recht vorgesehenen nachlaufenden Tarifanpassung zu folgen.
Befürchtete wirtschaftliche Folgen für Unternehmen
Zum anderen werden erhebliche wirtschaftliche Folgen befürchtet. Umfragen, unter anderem des ifo Instituts, zeigen, dass viele betroffene Unternehmen angesichts steigender Personalkosten Preiserhöhungen planen, um die Mehrbelastung auszugleichen. Zudem denken einige Betriebe über den Abbau von Arbeitsplätzen oder den Verzicht auf Neueinstellungen nach. Auch Investitionen in Innovationen oder Modernisierungen könnten gekürzt werden. Besonders stark betroffen fühlen sich personalintensive Branchen wie das Gastgewerbe, der Einzelhandel oder das Handwerk.
Chancen und Herausforderungen durch den Mindestlohn 2026
Insgesamt zeigt die Anhebung des Mindestlohns zum Jahresbeginn 2026 die anhaltende politische und gesellschaftliche Bedeutung fairer Löhne, bringt jedoch zugleich neue Herausforderungen mit sich. Während viele Beschäftigte von höheren Einkommen und einer verbesserten finanziellen Sicherheit profitieren, stehen zahlreiche Unternehmen vor der Aufgabe, die steigenden Lohnkosten wirtschaftlich zu bewältigen. Die kommenden Jahre werden daher entscheidend dafür sein, ob es gelingt, einen ausgewogenen Ausgleich zwischen sozialer Absicherung der Arbeitnehmer und der Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu finden. Besonders im Hinblick auf die bereits beschlossene weitere Erhöhung im Jahr 2027 bleibt abzuwarten, wie sich Arbeitsmarkt, Preise und Beschäftigung langfristig entwickeln.
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